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DIE GALERIE

Skulpturen

Hier finden Sie eine Auswahl von Skulpturen
des Mittelalters bis zur Gegenwart.

Lothringen (Nancy/Metz),
um 1410/20

Kleine Pietà

vollrunde Statuette auf einer mit Blendmaßwerk verzierten Sitzbank  |  Höhe 15,6 cm, Breite 18,5 cm, Tiefe 6,7 cm  |
dichter weißer Kalksandstein (Jurakalk) mit fossilen Einschlüssen  |  Fassung des 19. Jahrhunderts  |  Die Lokalisierung beruht auf der Laboranalyse des Steinmaterials.

Provenienz: Rheinischer Privatbesitz

Mobirise

Piemont, um 1480
Tondo eines Engels mit dem Schweisstuch der Veronika
 

Zirbelholz-Relief im Lorbeerkranz, montiert auf ein nachträglich beschnittenes Brett  |  Durchmesser 61,5 cm  |  originale Fassung und Vergoldung mit vergoldeten Wachssternen im blauen Hintergrund sowie Brokat-Applikationen (über Zinnfolie) auf dem Gewand des Engels  |  ehemals Gewölbe-Schlussdeckel oder Teil einer Wanddekoration

Mobirise

Michel Erhart, Ulm,
um 1475/80

Büstenfragment des
hl. Bernhardin
von Siena OFM

Pappelholz  |   Rückseite ausgehöhlt  |   Höhe 43 cm  |   im Hinterkopf ein „Spechtloch“  |   ehemals vollrunde, mit Rückseitenbrett geschlossene Ganzfigur  |   originale Fassung und Vergoldung  |  Büstensockel modern

Die von einer ehemaligen Standfigur abgesägte, eindrucksvolle Büste in der Kapuzenkutte eines Bettelmönchs stellt den 1444 gestorbenen hl. Bernhardin von Siena, einen der großen Heiligen des Franziskanerordens, dar. Für ihn kennzeichnend sind die scharfgezeichneten Gesichtszüge des bartlosen, hohlwangigen Asketen mit dem kleinen Mund, die Klugheit, Demut, Güte und souveräne Entsagung signalisieren – und gleichzeitig die Qualität eines lebenden Memento mori besitzen. Schonungsloser Verismus gehört zu den typischen Merkmalen aller Darstellungen dieses Heiligen. Das hochsensible, theatralisch anmutende Mienenspiel mit den tief eingegrabenen Spuren des Alters, großen Augen, Tonsur und Stirnglatze wirkt überspitzt naturalistisch. Angestrebt ist Porträtähnlichkeit, denn Bernhardins Aussehen beruht sowohl auf gemalten zeitgenössischen Bildnissen als auch auf seiner Totenmaske, die erhalten ist (L’Aquila). Unsere Büste nimmt ein weiteres Motiv dieser Traditionslinie, die Kapuze, auf und inszeniert ein janusköpfiges Schauspiel an der Grenze zum Unheimlichen: Makaber, wie sich die Kapuze weit nach hinten schiebt, als löste sie sich wie eine zweite Kopfhaut vom Schädel. Damit repräsentiert dieses Werk von Rang das wohl früheste im Norden entstandene Bildnis des Heiligen. Stilistisch bestehen enge Parallelen zu den Mönchsfiguren aus der Werkstatt des Michel Erhart in der ehem. Dominikanerkirche Hl. Kreuz in Bad Wimpfen am Berg (um 1475), doch dürfte die Büste aufgrund ihrer individuellen Stärken von der Hand des Meisters selbst stammen.

Mobirise

Tilman Riemenschneider-Werkstatt, Würzburg(?), um 1500
Geburt Christi

Lindenholz-Relief  |  Höhe 85,7 cm, Breite 67 cm, Tiefe 7 cm  |  originale Fassung und Vergoldung  |  Engel (mit Spruchband) im Hintergrund verloren  |  ehemaliges Altarflügel-Relief

Als Vorlage diente dem Schnitzer ein großformatiger Kupferstich des Martin Schongauer von ca. 1475, dessen räumliches und figürliches Raffinement der Bildhauer ins Flächige vereinfachte. Von den formal bestimmenden Elementen der zentralperspektivischen Bildkomposition betont das Relief hauptsächlich die markante Diagonale. Die für Arbeiten Riemenschneiders charakteristische lyrische Empfindsamkeit des Ausdrucks kommt besonders bei der schönen Marienfigur zur Geltung. Nach derselben Vorlage entstand in Riemenschneiders Werkstatt ein weiteres, abgelaugtes Relief, das im Mainfränkischen Museum Würzburg verwahrt wird (Inv.-Nr. A 32701). Unser Relief, das sich seit dem frühen 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Broili auf Schloß Mühlbach in Karlstadt/Main befand, veranschaulicht eindrucksvoll, daß man sich auch Riemenschneider-Werke buntfarben vorstellen muß.

Mobirise

Franken, um 1500
Anna Selbdritt

Lindenholz  |  Rückseite gehöhlt und abgeflacht  |  Höhe 86 cm  |  vollständige Neufassung des späten 18. Jahrhunderts

Provenienz: erworben Ende 19. Jahrhundert im süddeutschen Kunsthandel; seitdem im Besitz einer oberbayerischen Adelsfamilie

Mobirise
Mobirise

Büstenfragmente zweier Heiliggrab-Trägerfiguren,
Österreich,
um 1500

Nicodemus und Josef von Arimathia

Lindenholz, vollrund  |  Höhe 39,5 cm und 42,5 cm  |  an der Rückseite schlitzartig ausgehöhlt  |  umfangreiche Reste der Original- bzw. Barockfassung

Dargestellt sind Nicodemus und Josef von Arimathia aus einer Heiliggrabgruppe. Die zu Büsten verkürzten ehemaligen Ganzfiguren der beiden Männer, die im Neuen Testament als Jesu Grabträger erwähnt werden, sind als individualisierte Charakterköpfe mit exotischer Barttracht und phantasievollen „orientalischen“ Kopfbedeckungen wiedergegeben. Sie standen an Kopf- und Fußende des Sarkophags, auf den sie den ausgestreckten Leichnam Jesu niederlegten, während hinter der Tumba, meist in Halbfigur, die Figuren der drei trauernden Frauen mit Johannes standen. Heilige Gräber, in Nischen oder Kapellen untergebracht, gehörten im Spätmittelalter zur Grundausstattung fast jeder größeren Kirche.

Mobirise

Süddeutsch, wohl Nürnberg,
2. Hälfte 16. Jahrhundert

Eva im Paradies

Bronze-Statuette  |  vollrund, feuervergoldet  |  Höhe 13,7 cm  |  polygonaler Holzsockel modern

Die sich nach rechts zu ihrem gegenüber wendende Figur bildete zusammen mit einer Statuette des Adam eine Sündenfall-Gruppe, ein Thema, das in der spätgotischen Kleinplastik (Hans Wydyz; MEister H.L.; Meister I.P.) aufkam und bis in die Barockzeit beliebt war. Als Bronzegüsse fanden derartige Kleinplastiken u.a. Verwendung in kunstvollen Arrangements des „Paradieses“. Ein solches, als Tafelaufsatz dienendes Schaustück aus Goldschmiedearbeit und kostbaren Naturalien wie Korallenbaum und Erzstufen, fertigte Hans Kellner (Nürnberg 1582-1609), heute im Bayrischen Nationalmuseum München. Es stammt aus dem Besitz des für seine retrospektiven Tendenzen bekannten Würzburger Bischofs Juluis Echter. Mit der Eva dieser Gruppe, die sich gleichfalls nach rechts wendet, ist unsere Figur gut vergleichbar. 

Mobirise
Mobirise

Barthélemy Prieur,
um 1590
Amor als Bogenschütze

Bronze  |  Höhe 11 cm  |  ziseliert, braun-grüne Naturpatina  |  
Köcher und Bogen verloren

Der vorwärtsstürmende Amorknabe wendet sich um und ist im Begriff, seinen Pfeil nach rückwärts abzuschießen. Das höchst originelle und in diesem thematischen Kontext singuläre Bewegungsmotiv unterstreicht die Wendigkeit des Liebesgottes als Überraschungsangriff. Gleichzeitig bietet sich dem Bildhauer Gelegenheit, das zeittypische Ideal der Rundansichtigkeit in vollendeter Form als schwungvolle Torsion des Körpers darzustellen. Eine abschließende Zuordnung der in mehreren Güssen mit Varianten bekannten Figur steht noch aus. Traditionell wurde der Figurentypus dem Pariser Hofbildhauer Prieur zugeschrieben, wobei andere Bildhauer der Zeit wie Elias de Witte oder Hubert Gerhard als Autoren ebenso in Betracht zu ziehen sind.

Mobirise

Bartholomäus Steinle, 
 Weilheim, datiert 1601
Gefangennahme Jesu am Ölberg oder aus einer Kreuzigung Jesu

Relief aus Lindenholz mit sechs Kriegsknechten und zwei Hohen jüdischen Priestern  |   Höhe 48 cm, Breite 30 cm,
Tiefe 13,5 cm

Die Rüstungen und Kostüme sind ebenso wie die Barttrachten höchst unterschiedlich, musterbuchhaft und variationsreich wiedergegeben. Der Bildschnitzer besaß detaillierte Kenntnisse der Kostüm- und Rüstungskunde, die Darstellungen könnten von druckgraphischen Vorlagen inspiriert worden sein. 
Ornamentfreudig und äußerst präzise wiedergegeben, entsprechen die verschieden zusammengewürfelten, reich geschmückten Uniformen und Rüstungsteile - es sind keine Phantasieprodukte - exakt der historischen Situation um 1600, als spanische Kriegsausstattung die heimische deutsche abzulösen begann. 

Die exquisite schnitzerische Qualität, der Reichtum und die Dichte der mit erzählerischer Freude komponierten und ausgestatteten Figurenfolge, die ungeahnte Plastizität des Reliefs - ganz vollplastisch ist der „Anführer“ - , ferner die Verknüpfung der acht Einzelfiguren zu dynamischer Einheit, dazu die Sicherheit im Anatomischen sowie die außerordentlich sprechenden Gesichter machen es zwingend, als Autor des Reliefs einen der großen süddeutschen Bildhauer des Spätmanierismus/ Frühbarock anzunehmen. 

Weilheim, die Pflanzstätte der süddeutschen Plastik des Frühbarock, bietet um diese Zeit die größte Konzentration an Bildhauern:  zu ihnen gehören Hans Degler, der Lehrer Christoph Angermairs, und - in diesem Zusammenhang vielleicht von besonderem Interesse -Bartholomäus Steinle. 
Mangels kleinplastischer Parallelen sei zum Vergleich auf die Riesenaltäre Deglers in St. Ulrich und Afra in Augsburg hingewiesen, die mutmaßlich unter Beteiligung Steinles u.a. zwischen 1604 und 1607 entstandenen sind. 

Mobirise

Bartholomäus Steinle (um 1580 – 1628)
und Mitarbeiter zugeschrieben, Weilheim/Pfaffenwinkel, um 1615/20

Kniende Maria aus einer Marienkrönung

Lindenholzfigur  |  Rückseite abgeflacht und gehöhlt  |  Höhe 95 cm, Breite 56 cm, Tiefe 20 cm  |  alte Fassung und Vergoldung (teils barocke Zweitfassung)

Provenienz: laut mündlicher Überlieferung aus Kloster Benediktbeuern; durch fünf Generationen in Familienbesitz Wolfratshausen und Bad Tölz

Mobirise

Hans Juncker,  Aschaffenburg,
ca. 1610-1625
Johannes Evangelist

Alabaster  |  Höhe 62 cm, Breite 28 cm, Tiefe 18 cm

Frontale Darstellung des Johannes Evangelist, vollrund gearbeitet  eines unterfränkischen, vermutlich Aschaffenburger, Bildhauers um 1610-1625. Das Werk ist vermutlich Teil einer Kreuzigungsgruppe, hervorzuheben ist der sehr fein gearbeitete Faltenwurf des Umhanges. Abbildung und detaillierte Beschreibung auf den Seiten 208 und 209 des Kataloges zur Ausstellung im Jahre 2014 „Wunderkind. Der Bildhauer des Hans Juncker“ anlässlich des 400.Weihejubiläums von Schloss Johannisburg (Aschaffenburg), Verlag Hirmer. 

Mobirise

Johann Meinrad Guggenbichler zugeschrieben Einsiedeln/Schweiz (1649 – 1723), Mondsee/Oberösterreich, um 1710/15
Halbfigur des segnenden Christus

Lindenholzbüste  |  vollrund  |  Höhe 66 cm, Breite 63 cm,
Tiefe 25 cm  |  mit integrierter Kartusche (Inschrift verloren)  |   originale Fassung und Vergoldung

Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Rudolf Leopold, Wien

Mobirise

Philipp Jakob Straub?
(München 1706-1774 Graz)
Hl. Sebastian

vollrunde Lindenholz-Figur  |  Höhe 92,3 cm  |  Originalfassung und Vergoldung  |  ein Bein mit Naturstrick gefesselt, Pfeile verloren

Im Typus folgt diese vollrunde, mit rudernden Armen und sich im Laufschritt heftig zur Seite drehende Sebastiansfigur einer älteren, spätmanieristischen Bildtradition, die ihrerseits auf verwandte spätgotische Bildmuster (Meister E.S., Kupferstich von 1467) zurückgreifen konnte. Im Konflikt zwischen Entfesselungsversuch und Verwachsensein mit dem Baustamm wird das Pathos des Märtyrers vom Kontrast des athletisch-weich modellierten Körpers in hellrosa Inkarnat mit dem dunkel wuchernden, naturalistischen Baumstumpf und dessen Ästen, Höhlungen, Rinde und Moos unterstrichen. Der Bildhauer dieser Figur dürfte der in Graz arbeitende Philipp Jakob Straub gewesen sein, wie der Vergleich mit dessen Sebastian von 1746 am Hochaltar der Welschen Kirche in Graz veranschaulicht.

Mobirise

Italien, um 1750
Mater Dolorosa unter dem Kreuz 

vollrunde Sitzfigur auf Felssockel, Laubholz, über runder Grundplatte, auf der Unterseite offen und gehöhlt
(Durchmesser 18,5 cm)  |  Höhe 29,5 cm  |  extrem dünnwandig geschnitzt  |  Zweitfassung des Klassizismus.

Im Rücken eine Aussparung für den Kreuzesstamm, auf der Brust Eintiefungen für ein Pfeilbündel, Symbol der „Sieben Schmerzen Mariä“.

Provenienz: Nachlass Prof. Dr. Rudolf Leopold, Wien

Mobirise
Mobirise

Profilbild der Maria, Frankreich, um 1800
(nach einem Vorbild des
François Girardon von 1691)
Relief-Büste (Kopf und Schulter)

weißer Carrara-Marmor  |  Höhe 34,5 cm  |  Reliefstärke 5,5 cm  | eingelassen in eine Schieferplatte (Montierung modern)

Zum Bildkonzept der im strengen Profilrelief nach links gewandten Gottesmutter in den vereinfachten Formen des Klassizismus gehörte als Pendant einst ein nach rechts gerichtetes Profilbild Jesu, dessen Verbleib unbekannt ist. 

Die Darstellungen wiederholen Vorlagen des 17. und 18. Jahrhunderts: ein Bildnispaar aus Marmor im Oval mit Marmor-Hintergrund, das ins 18. Jahrhundert datiert wird (Sotheby’s Paris 2011) und das seinerseits auf den Bronzereliefs von 1691 am Tabernakel der Kirche Saint-Jean in Troyes, der Geburtsstadt des Bildhauers François Girardon (1628-1715) basiert. In mancher Hinsicht vergleichbar ist auch Girardons Präsentationsstück zur Aufnahme in die Pariser Akademie im Jahre 1657, ein Marmor-Relief der Mater dolorosa in Dreiviertelfigur (Louvre). 

Allen Varianten ist der antikisch-heroische Geschmack inhärent, mit dem die Draperie des Kopftuchs der Maria wie bei einer römischen Vestalin um Kopf und Schulter geschlungen ist. 
Dieses Faltensystem wiederholt sich in den wesentlichen Partien bei allen genannten Profilreliefs. Geblieben ist in der vorliegenden späten Ausführung auch der steil aufgerichtete Kopf im strengen Profil auf geradem Hals mit leichtem Doppelkinn und Stirnlocke, insbesondere auch das Motiv des tütenförmigen Auszugs des Schleiers über der Stirn.

Die hochbarocke Bilderfindung Girardons, Hofbildhauers unter Ludwig XIV., war auch nach mehr als 100 Jahren noch attraktiv und vorbildlich.

Mobirise

  Niederrhein, Köln(?),
um 1820
Löwenthron-Madonna

Eichenholz massiv  |  vollrund  |  Höhe 90 cm  |  Schleier, Haare und Krone um 1900 verändert und in Lindenholz ergänzt  | freigelegte Fassung aus zwei Perioden

Als außergewöhnlich seltene, aus der Zeit der Romantik stammende, freie Wiederaufnahme und Nachschöpfung hochgotischer Formen des 14. Jahrhunderts, die um 1900 im neugotischen Stil abermals modernisiert wurde, dokumentiert diese Sitzmadonna den Geschmackswandel innerhalb des neugotischen 19. Jahrhunderts. Die Zusammenstellung von Löwensockel und Thronender Madonna ist in dieser Form frei erfunden und entbehrt historischer Vorbilder. Der Überlieferung nach stammt die Figur aus Lauwenburg-Nemmenich bei Zülpich/Eifel. In ihrer Prachtentfaltung und der Schärfe der Formen verkörpert sie in Vollendung gleichsam die figürliche Entsprechung zur neugotischen Idee des Kölner Domes.

Mobirise

Emil Cauer d. J. (Bad Kreuznach 1867 – 1946 Gersfeld/Rhön), Berlin, wohl vor 1916
Segnendes Jesuskind auf der Weltkugel

vollrunde Bronzestatuette, hell und dunkel brüniert  |  Höhe Figur (ohne Reif) 16,5 cm, Höhe gesamt 18,5 cm

Rückseitig auf der Kugel signiert „Emil Cauer/ Berlin“, montiert auf schwarzem Marmorsockel, der reifförmige Nimbus separat gefertigt.
 
Motivgleich die große Ausführung in Muschelkalk von 1916/17 auf dem Kinderfriedhof Bielefeld-Sennefeld.

Unveröffentlicht
Siehe: Else Masa, Die Bildhauerfamilie Cauer im 19. und 20. Jahrhundert (phil. Diss. FU Berlin, 1983, zugleich Reihe ‚Bildhauer des 19. Jahrhunderts’), Berlin 1989, bes. S. 267-278, Nr. 51.

Mobirise

Belgischer(?) Monogrammist F.W.,
um 1920
Beweinung Christi

honigfarbenes Birnbaumholz  |  vollrund, holzsichtig  |
Höhe 82 cm  |  aus mehreren verleimten und verdübelten Werkblöcken über polygonalem Grundriss, die Seiten entsprechend facettiert  |  zapfenförmiger, geschlossener Umriss  |  auf der Brust Christi monogrammiert „F.W.“ (ligiert)  |   Abstrahierend dargestellt und übereinander als Büsten gestaffelt sind der tote Christus, Maria, Johannes Ev. mit Buch, ganz oben Maria Magdalena.

Auswahl verkaufter Skulpturen

Tirol, um 1485/90
Prophetenbüste

Lindenholz  |  Rückseite abgeflacht  |  Höhe 43 cm, Breite 29 cm  |  originale Fassung und Vergoldung, am Mantelsaum applizierte und vergoldete Papierpunkte  |  linke Hand alt ergänzt 

Provenienz: bis 1909 Sammlung Emil Goldschmidt, Frankfurt a.M.; danach bis 2007 Sammlungen der Fürsten von Liechtenstein, Wien und Vaduz
 
Veröffentlicht: 
A. Kronfeld, Führer durch die Fürstlich Liechtensteinsche Gemäldegalerie in Wien, 
3. Aufl. Wien 1931, S. XXVIII (o. Abb.). – Ausst.-Kat. Meisterwerke der Plastik aus Privatsammlungen im Bodenseegebiet, Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis (Oscar Sandner), Bregenz 1967, Nr. 90a (o. Abb.).

Mobirise

Heggbacher Meister/ Jörg Syrlin d.J.?,
Ulm, um 1480
Reliquienbüste einer hl. Jungfrau

Lindenholz aus zwei Teilen (Vorder- und Rückseite)  |  vollrund  | Höhe 42,5 cm  |  in geringen Resten erhaltene Originalfassung
Reliquienfach mit Bergkristall modern verglast

Die außergewöhnlich qualitätvolle, bekrönte Halbfigur einer unbekannten heiligen Jungfrau zeigt auf der Brust ein rechteckiges Reliquien-Sepulcrum. Die prachtvolle Rückseite mit offen herabfallendem Lockenhaar ist original brettartig aufgedoppelt und angedübelt. Den unteren Abschluß der Figur bildet ein Wolkenband. Außer der Krone hat sich von den Attributen lediglich das Buch erhalten, auf das die Heilige ihre linke Hand legt. In der Rechten hielt sie einen weiteren Gegenstand, vielleicht eine Palme.

Lebensvolle Eleganz, größte Zartheit und Detailgenauigkeit zeichnen das Bildwerk aus. Nächstverwandt ist die Figur der Muttergottes in Heggbach (Maselheim-Heggbach, kath. Kirche), deren anonymer Meister Teile der Chorgestühlsfiguren des Ulmer Münsters (Dreisitz und Dorsalereliefs) verfertigte und der auch die „Vanitas“-Gruppe des Kunsthistorischen Museums in Wien geschnitzt hat.

Mobirise

Gregor Erhart (Ulm 1470 – 1540 Augsburg) zugeschrieben, Augsburg, 1495/1500

Hl. Barbara

Lindenholzrelief, von einem Altarflügel  |  Höhe 79 cm,
Breite 37 cm  |  Reste der originalen Fassung und Vergoldung  |   an Krone und Säumen Bohrlöcher für verlorene hölzerne Perlen-Applikationen

Provenienz: Auktionshaus Franz A. Menna, Köln, Auktion 122, 1951, Los Nr. 586, Katalog-Abb. Taf. 13; rheinischer Privatbesitz 

Mobirise
Mobirise

Endras Maurus, Kempten, um 1520
Pietà

Lindenholz-Relief  |  Höhe 39,5 cm, Breite 42 cm, Tiefe 13,5 cm  |  
holzsichtig, keine Fassung nachweisbar  |  Landschaftssockel links und rechts außen später angestückt

Den Kopf zur Seite geneigt, beugt sich Maria trauernd über den Leichnam Jesu, der vor ihr mit aufgerichtetem Oberkörper und angewinkeltem Bein am Boden liegt. Der dramatischen Marienklage über den toten Sohn entspricht die graphische Struktur der Draperie mit ihren Wirbeln, gezogenen Parallelfalten und angespannten Oberflächen, die sich mit der Landschaftsfolie zu virtuoser Räumlichkeit in einem Dreiecksumriß zusammenschließen. In souveräner Ornamentalisierung sind Christi Haare über das Knie der Mutter ausgebreitet. Das Œuvre dieses noch wenig bekannten Bildhauers hat Albrecht Miller 1998 zusammengestellt, zu vergleichen ist insbesondere die Statuette einer thronenden hl. Katharina im Bayerischen Nationalmuseum München. 

Mobirise

Monogrammist I.P., Prag (?), um 1520/25 
Verspottung des Hiob

Relief von einem Altaraufsatz  |  Lindenholz  |  Höhe 50 cm, Breite 113 cm  |  verkauft an das Kunsthistorische Museum, Wien, Kunstkammer

Mobirise

Bayern, datiert 1549
Franziskus-Reisealtärchen 

Flügelaltar aus Nadelholz mit Schnitzreliefs und Gemälden  |  Höhe 51 cm

Die Flügel sind mit geschmiedeten Bändern befestigt. Die Schreinaußenseite ist rot gefasst mit silbernen Blumenornamenten, auf der Innenseite dominiert als Grundfarbe Azuritblau. Reliefartig abgebildet ist auf dem Mittelschreinrelief der Heilige Franziskus in einer Landschaft. Auf der linken Flügelinnenseite ist reliefiert der der Heilige Andreas, auf dem rechten Innenflügel der heilige Antonius Abbas abgebildet. In der Predellen-Nische ist - ebenfalls reliefiert - die Kreuzigung Christi zwischen Maria und Johannes dargestellt. Das Wappen auf der rechten Außenseite der bemalten Predellenflügeln ist vermutlich dem Geschlecht derer von „Brennberg“ zuzuordnen, einer Herrschaft im Landkreis Regensburg. Das Wappen auf der linken Außenseite ist dem Patriziergeschlecht der „Langenmantel“ zuzuordnen.

Mobirise

Spanien, um 1540/50
Madonna Lactans

rundbogiges Nadelholzrelief  |  Höhe 48,5 cm, Breite 28,2 cm  |  
in einem späteren Ädikularahmen in Renaissanceformen  |  
Höhe 73 cm, Breite 55 cm

Originale Fassung und Vergoldung mit Sgraffito-Ornamentik.
Im Gebälk eine mit Ausnahme des Wortes „GENITORI…“ nicht entzifferbare Inschrift.

Provenienz: Sammlung des Pariser Kunsthändlers R. Heilbronner (1847-1941); Besitz der Schweizer Erben Heilbronners bis 2013

Mobirise

Norddeutschland, um 1620
Vanitas-Putto (Memento Mori)

Sandsteinrelief, partiell vergoldet  |  Höhe 40 cm, Breite 55 cm  |  
ehemals Bekrönung eines Wandepitaphs, ein nach oben abschließender Aufsatz (wohl ein Obelisk) verloren

Provenienz: Nachlass Generalkonsul Bruno H. Schubert, Frankfurt a.M. 2011

Mobirise

Franz Anton Xaver Hauser (*1739 in Freiburg im Breisgau, † 1819 in Freiburg im Breisgau) Signiert XAV: HAVSER, datiert 1779
Bildnis-Relief der Eheleute Clara Ketterer und Johann Conrad von Gleichenstein

weißer, fast ungeäderter Alabaster  |  Höhe 22,7 cm, Breite 14,9 cm, Tiefe 5 cm  |  Stärke der Grundplatte 0,9 cm

Provenienz: Baron Marschall Sigurd von Bieberstein, Schloß Buchholz, Buchholz, Gmde. Waldkirch

Mobirise

Strübel oder S. Trübel (unbekannter Deutscher Bildhauer), um 1870/75
Schlafendes Kind

Buchsbaum  |  vollrund (Modell für Bronzeguß?)  |  Höhe 5,6 cm, Breite 15,5 cm, Tiefe 7,5 cm  |  signiert auf der Schmalseite rechts „STRÛBEL f“ (ST ligiert)  |  In seiner rechten Hand hält das Kind einen rollenförmigen Gegenstand (Griff eines Werkzeugs?).

Mobirise

Albert-Ernest Carrier-Belleuse
(Anizi-le-Château 1824-1887 Sèvres), um 1870 Bildnisbüste Albrecht Dürers

Carrara-Marmor  |  Höhe (mit Sockel) 54,5 cm  |  rückseitig bezeichnet: A. CARRIER

Das Idealbildnis Dürers entstand innerhalb einer Folge von Büsten berühmter Künstler, die Carrier-Belleuse zwischen 1860 und 1874 in verschiedenen Materialien ausführte. Die unbefangene, virtuose Technik des Bildhauers verbindet sich mit einer neuen Sicht des deutschen Künstlerheros, indem auf die traditionell propagierte Christusähnlichkeit verzichtet und stattdessen der gealterte "Tatmensch" mit dem Pathos eines Renaissancefürsten betont wird. Da plastische Dürer-Bildnisse außerhalb von Museumsausstattungen im 19 Jahrhundert sehr selten sind, verdient dieses Werk besondere Beachtung.

Mobirise

Hans am Ende (Trier 1864 – 1918 Stettin), Worpswede, datiert 1898
Worpsweder Kind „Anni“

vollrunde Büste, Gips-Hohlguss, schellackiert | Höhe 30,3 cm, Breite 30,5 cm, Tiefe (Kopf) 16,5 cm | hinten links auf der abgeschrägten Plinthe die mitgegossene Signatur „Hans am Ende“ | einer von neun bekannten, vom Wachsmodell abgenommenen Gipsabgüssen | Die Datierung ist überliefert durch Rainer Maria Rilke, Worpswede, 1903. | eines der seltenen plastischen Bildwerke des Malers Hans am Ende

Provenienz: Rheinische Samllerbesitz

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