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Johann Ludwig Ernst Morgenstern
(Rudolstadt 1738-1819 Frankfurt a.M.)

Kircheninterieur, datiert 1776

Öl/Kupfer, 30 x 42 cm
Links unten auf dem Piedestal signiert:
"JLEM (ligiertes Monogramm) * 1776/ pinx."
Lit.: Abgebildet in: Ausst.-Kat. "Sammlerin und Stifterin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau und ihr Frankfurter Exil." Haus Giersch - Museum Regionaler Kunst/ Anhaltische Gemäldegalerie Dessau (= Kataloge des Haus Giersch, Bd. 5/ Kataloge der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, Bd. 10), Frankfurt a.M. 2002, Abb. zu Kat.-Nr. 89.

Der "Alte Morgenstern", Gründer einer renommierten Malerdynastie, war mit seinen charakteristischen Kircheninterieurs im niederländischen Geschmack beim Frankfurter Publikum äußerst erfolgreich. Er war Goethes Zeichenlehrer und gehörte zu den von Vater Goethe gesammelten Malern. Das wegen seiner starken perspektivischen Fluchtung besonders wirkungsvolle Bild ist ein optisches und zugleich coloristisches Meisterwerk. Entstanden 1776, dem Jahr der Erlangung der Meisterwürde in Frankfurt, gehört dieses Bild zu Morgensterns akribischsten und besten, gleichsam selbst eine Probe seiner Meisterschaft. Selten haben Bilder dieses Malers einen vergleichbar hohen Qualitätsstandard erreicht. Trotz seiner bescheidenen Abmessungen und seiner miniaturhaften Feinheit und Detailgenauigkeit braucht das Bild keine Vergrößerung zu scheuen und strahlt energisch in den Raum aus.

 

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