Barthélemy Prieur, um 1590
Amor als Bogenschütze, um 1590

Bronze, H. 11 cm
Ziseliert, braun-grüne Naturpatina
Köcher und Bogen verloren

Der vorwärtsstürmende Amorknabe wendet sich um und ist im Begriff, seinen Pfeil nach rückwärts abzuschießen.
Das höchst originelle und in diesem thematischen Kontext singuläre Bewegungsmotiv unterstreicht die Wendigkeit
des Liebesgottes als Überraschungsangriff. Gleichzeitig bietet sich dem Bildhauer Gelegenheit, das zeittypische Ideal
der Rundansichtigkeit in vollendeter Form als schwungvolle Torsion des Körpers darzustellen. Eine abschließende
Zuordnung der in mehreren Güssen mit Varianten bekannten Figur steht noch aus. Traditionell wurde der Figurentypus
dem Pariser Hofbildhauer Prieur zugeschrieben, wobei andere Bildhauer der Zeit wie Elias de Witte oder
Hubert Gerhard als Autoren ebenso in Betracht zu ziehen sind.


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